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01.07.2001

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Email an Sigi...

'Mann beißt Hund`...?

Langsam könnte man es selbst glauben.

Dass Privatpiloten, Hobbypiloten, reichlich unbedarft zu Werke gehen. Und damit wirklich ein unkontrollierbares Gefahrenpotential bilden. Und alle Nase lang vom Himmel plumpsen. In Vorgärten, Schrebergärten, Gärten. Oder gar aufs Vorfeld eines Flughafens.

Und immer entgehen wir Fußgänger 'nur knapp einer Katstrophe'. Das ist jedenfalls inzwischen die Standardformulierung aller Medien für alles, was mit der Fliegerei zu tun hat. Ob ein Airbus kurz nach dem Start sein Fahrwerk eingefahren hat, eine Cessna beim Rollen zur Tankstelle mit einem Rad aufs Gras gekommen ist oder ein Pilot die Cockpit-Tür mit der rechten Hand zugemacht hat, jedesmal entgingen wir alle nur knapp einer Katastrophe. Der Satz: 'Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können' hat keine Bedeutung mehr, denn es wird uns von den Medien abgenommen, sich auszudenken, was alles hätte passieren können! Und in den nächsten Sätzen wird dafür gesorgt, dass vergessen wird, dass sich alles nur 'ausgedacht' worden ist...

So wird zugunsten von Auflage und Quote Meinung gemacht. Die Ursachen von Unfällen oder auch nur Zwischenfällen werden so früh präsentiert, dass man sich nicht wundern würde, wenn bald komplette Meldungen, also Zwischenfall, Ursache, Auswirkungen, Interview mit Augenzeugen und mit Verwandten der Augenzeugen, publiziert werden, etwa zwei Stunden bevor das involvierte Luftfahrzeug überhaupt erst aus dem Hangar gezogen wird.

Am Mittwoch Vormittag ist auf dem Hamburg-Airport eine Cessna verunglückt. Die Berichterstattung reichte von '...aus ein bis drei Metern auf die Startbahn gestürzt' bis '...nach links abgekippt und aufs Rollfeld geschlagen'. Im Fernsehen erklärte eine Augenzeugin, das Flugzeug sei 'nach dem Start plötzlich nach links gefahren...'

Nach allen Berichten erreichte die Cessna 150 offenbar beim Start keine ausreichende Geschwindigkeit.

Wie auch immer, den beiden Insassen, angeblich zwei Flugschüler, ist nichts wirklich Ernsthaftes passiert. Das ist mal das Wichtigste.

Mit welchen Kenntnissen hier aber zwei Flugschüler Solo nach Aarhus geschickt wurden, stimmt schon bedenklich. Und ist wenig hilfreich, die Meinung über die GA im Allgemeinen und über die Privatpiloten (gerne gebrauchte Synonyme: Hobbypiloten oder Sportflieger) im Besonderen zu verbessern.

Und wahrscheinlich sind wir wieder mal 'nur knapp einer Katastrophe entgangen'...! Denn schließlich 'schlitterte die Cessna bis zu 50 Meter auf ein Tanklager zu'! Nicht auszudenken, wenn die da reingeschlittert wäre...! Wo doch 'Tanklager' auf Flughäfen aus einem Haufen Plastik-Kanistern und Stapeln von brüchigen Kerosinfässern bestehen, weiß man ja aus McGyver-Filmen!

Interessant, dass erfahrene Augenzeugen, die es mit Sicherheit zuhauf am Hamburg-Airport gegeben hat, nicht wirklich zu Wort gekommen sind. Die hätten sicher die schön gruseligen Vorstellungen zunichte gemacht. Wie heißt eine alte Journalisten-Regel: 'Hund beißt Mann' ist keine Meldung, 'Mann beißt Hund' ist eine Meldung!

Es muss deutlich mehr und vor allen Dingen deutlich effizienter etwas getan werden, was das Bild der GA in der Öffentlichkeit wieder mehr in die Nähe der Tatsachen rückt. Das ist nicht neu, das hat sich beispielsweise auch schon längst die AOPA auf die Fahne geschrieben. Und den FAOPA e.V. gegründet (wir Deutsche gründen immer erst einen Verein, bevor wir zu irgendetwas in der Lage sind...). Und was tut dieser Verein? Keine Ahnung. Auf der einer einzigen Seite im Internet steht lediglich, dass er 'bemüht ist, die Bedeutung der Allgemeinen Luftfahrt in aller Vielfalt zu publizieren'. Und 'in der Öffentlichkeit das Interesse an Luft- und Raumfahrtaktivitäten wecken' will. Allgemeine Raumfahrt...? Ach ja, und dann ist da noch die Bitte um Spenden und das dazugehörige Konto. Ende. Das bringt's...!

Vielleicht kann man ja mal wirklich was unternehmen, auch ohne erst einen Verein zu gründen... Im Forum sind schon entsprechende Vorschläge angeklungen. Da gibt es viele Ansatzpunkte. Und Birgit und ich haben uns schon vor Wochen die Köpfe heißgeredet, wodurch dann ein sehr gutes Konzept von Birgit erstellt worden ist. Schnell war auch Thorsten begeistert und diese Woche auch Sepp Das alles bedeutet eine Menge Arbeit, aber Arbeit, die einen Riesenspaß macht! Woll'n doch mal sehen, ob es wirklich nicht möglich ist, für mehr Transparenz zu sorgen und eben das Bild der GA in der Öffentlichkeit ein Bisschen gerade zu rücken...!

Damit zukünftig hoffentlich immer weniger 'Mann beißt Hund' aus 'Hund beißt Mann' gemacht wird...

In diesem Sinne

Herzliche Grüße,
euer



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